Montag, 5. September 2005

Pitbull Trittin

ODER EINE STUNDE IN KAMPFESLAUNE

pitDer Grünen-Direktkandidat im Berliner Bezirk Pankow Werner Schulz hat Montag Abend in seinen Grünen Salon in der Kulturbrauerei zwischen Maschinenhaus und Fassbier-Ladehalle geladen. Zu Gast: Jürgen Trittin.

Zunächst hält Gastgeber Werner Schulz eine Rede, sympathisch, engagiert - aber sie wird, nach dem Gewitter, was nun folgt - fast vergessen sein.

Bundesumweltminister Trittin ist in der vergangenen Woche aufgrund seines in der Frankfurter Rundschau veröffentlichten Artikels über den Zusammenhang zwischen dem Hurrikan Katrina und der US-Klimapolitik scharf von der FDP angegriffen worden:

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Sonntag, 4. September 2005

Und was sagen die Sekundanten?

ODER: DIE HOFFNUNG IST GRÜN

tv-duell 4Im roten Foyer eines Berliner Kinos: Zahlreiche Menschen, die das 'heiß ersehnte' TV-Duell gemeinsam verfolgen und diskutieren wollen, unter ihnen etliche Grünen-Mitstreiter.

Eines gleich vorneweg: Was großen Beifall erhielt, war Schröders lakonischer Kommentar: "Also viel Spass mit Herrn Stoiber, wenn es um's Geld geht" - der bayrische Ministerpräsident eignet sich nachwievor für heitere Bemerkungen.

Manch anderer Schlagabtausch wird ebenfalls mit Gelächter quittiert, ein Kommentar ausgebuht, als es um das von Angela Merkel prognostizierte Ende der jetzigen Bundesregierung geht.
Ein Thema, bei dem Bundeskanzler Schröder an anderer Stelle kurz ins Straucheln kommt, als er selbst vom "Ende" spricht und nicht sofort weiß, wie er dies zeitlich unverfänglich definieren soll - dieses Mal findet es kein Echo.

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Samstag, 3. September 2005

Make health not war

DR. RATH's PARTEI AUF DEM BERLINER GENDARMENMARKT

dr. rath"1,2,3 - Vitamine frei" - "3 und 4 - wir sind wieder hier" - Seit Tagen werben weiträumig gehängte Plakate für diese Kundgebung. Nun hat sich eine kleine Gruppe aus dem gesamten Bundesgebiet versammelt und zieht skandierend vom Schlossplatz zum Gendarmenmarkt.

Im wesentlichen sind es Senioren, etliche Vierbeiner und ein paar Jugendliche, abgesehen von den auf der Einladung genannten "Internationalen Gästen aus Südafrika", offensichtlich zwei Frauen an der Spitze des Zugs, eine von ihnen streckt kämpferisch die Faust in den Himmel.

Wer noch nicht mit dem AGFG T-Shirt und der passenden Schirmmütze versorgt ist, erhält es samt Breze, als alle am Ziel angekommen sind. Es scheint eine eingeschworene Gemeinschaft zu sein, fast wirkt sie religiös.

Wer oder was ist die AGFG, die Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit? Eine nur in Sachsen zur Bundestagswahl zugelassene, am 06.06.05 neu gegründete Partei, hinter der der "Skandal-Arzt" und Unternehmer mit niederländischem Firmensitz Matthias Rath steht.
"Gesundheit ist ein Menschenrecht" sagt das Grundsatzprogramm, gegen das Pharma-Kartell wollen die Mitglieder kämpfen und damit (bzw. mit den Vitaminpräparaten von Matthias Rath) Arbeitsplätze schaffen.

Eine bei der AGFG engagierte Seniorin von 70 Jahren gibt Auskunft über die Bewegung: Mehrheitlich handelt es sich um sog. austherapierte Menschen, die von der Schulmedizin als hoffnungslos aufgegeben wurden, aber durch die Vitaminpräparate gerettet wurden. Von einigen Verschwörungstheorien weiß sie ebenfalls zu berichten. Ihr Hund "Piccola" ist auf jeden Fall eine Schau: Auf einer Art Umhang trägt er etliche Wahlsprüche mit sich herum, zugkräftig ist "Make love not war".

Freitag, 2. September 2005

Bürger-Bloggade auf dem WDR

EIN QUINTETT BEOBACHTET DIE WAHL

blockade2Ab heute online: www.buergerblog.de. Die ersten vier von fünf "unabhängigen" Wahlbeobachter stellen sich in Kurzporträts vor:

Dirk Temming mit 17 Jahren das "Kücken". Er kann durch die vorgezogene Bundestagswahl seine Stimme nicht in die Waagschale werfen. Auf ihn bin ich persönlich besonders gespannt!

Frank Hamm, der Internetprofi mit Traumfrau, fühlt eine nagende Unruhe in sich, seine Stimme zu erheben.

Christian Meyer, der sich selbst als "gelernten Ossi" bezeichnet und völlig unfrustriert im ostdeutschen Technologieleuchtturm Jena arbeitet.

Und: Von 'WIR HABEN DIE WAHL 2005' Lupita Gómez, aus dem Süden stammend, im Osten von Berlin wohnhaft, schreibt nun für den Westdeutschen Rundfunk als Bloggerin.

Ab Montag, den 05. September wird gebloggt!

Donnerstag, 1. September 2005

Massenhaft gehemmte Depression

... BEVOR DER WAHLKAMPF RICHTIG EINHEIZT

JammerlappenMiese Meme, Jesus von Bebra, W. O. L. L. E. N - alles klar? Und: Wußten Sie schon, dass die Starnberger zu den glücklichsten Deutschen gekürt wurden, hingegen die Dessauer - einer muss ja den Schwarzen Peter ziehen - als die Unglücklichsten im Lande ermittelt wurden?

Satirische Ursachenforschung betreibt Regisseur Konstantin Faigle mit seinem inszenierten Dokumentarfilm Die große Depression, seine These: Deutschland, ein Jammertal; seine Forderung: Deutsche hört auf zu jammern - provokativ als Transparent auf der Leipziger Montags-HartzIV-Demo zur Schau getragen.

Während der heutigen Berliner Premiere wirkte die Real-Satire als Antidepressivum beim Publikum: Der richtige Film zur richtigen Zeit - Die Filmemacher waren denn auch froh, dass ein Verleih schnell reagierte und den Kinostart unter Hochdruck während des Bundestagswahlkampfes ermöglichte.

Mag sein, dass es ein subjektives Empfinden ist, aber ist diese Bundestagswahl nicht zur Hochzeit für Satire mutiert. Wieviel Angie-Lieder können wir inzwischen singen, wieviel Politiker virtuell tanzen lassen? Wer stellt hier eine amüsante Übersicht zusammen?

Mittwoch, 31. August 2005

Zwei Jahre Probezeit?

ODER: FRANKREICHS GEWERKSCHAFTEN DROHEN MIT 1 MILL. DEMONSTRANTEN

vorfahrtIn Frankreich gilt schon seit dem 04. August, was die CDU unter dem Motto Vorfahrt für Arbeit (konform zur FDP) ihren Wählern für die Zukunft im Regierungsprogramm 2005-2009 verspricht:

Der sog. Neueinstellungsvertrag schreibt zwei Jahre Probezeit für Arbeitnehmer von kleinen Betrieben (unter 20 Beschäftigten) fest (Deutschlandfunk 30.08.05).

Bei der CDU lesen sich die "neue(n) Chancen für Arbeit durch einen flexibleren Kündigungsschutz" folgendermaßen:

"Für Neueinstellungen wird das Kündigungsschutzgesetz in Betrieben bis zu 20 Beschäftigten ausgesetzt. In anderen Betrieben wird er für Neueinstellungen erst nach zwei Jahren wirksam."

Im streikerprobten Frankreich haben inzwischen die fünf großen Gewerkschaftsverbände beim höchsten französischen Verwaltungsgericht Beschwerde eingelegt. Mitte/ Ende September ist eine riesige Demonstration angekündigt - mit "einer Million Demonstranten und landesweiten Warnstreiks".

Mit Spannung dürfen wir auf unseren Nachbarn schauen, wie diese auf die Vorfahrt für Arbeit reagieren.

Dienstag, 30. August 2005

La Ola für Guido?

ODER: NUR DIE HÄNDE VON WESTERWELLE WAREN IN BEWEGUNG

la ola2Vor fünf Tagen scharte Gregor Gysi eine große Fangemeinde um sich, deutlich weniger Interessierte finden sich an diesem Dienstag Abend zum Forum Berlin Alexanderplatz mit Guido Westerwelle ein.

Das Publikum: Im Durchschnitt deutlich jünger als die Linkspartei.PDS-Anhänger, und: auffallend viele junge, gepflegte Männer.
Westerwelle, leger ohne Krawatte in hellolivfarbenen Anzug, reibt sich die Hände, als er den Raum betritt. Seine Hände werden immer wieder im Verlauf der Diskussionsrunde sprechen. Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass sein großformatiges Wahlplakat ihn mit einer offenen, einladenden Handgestik zeigt.

Wer sich nun von Guido Westerwelle einen gewissen Spassfaktor à la Guidomobil oder Big Brother erwartet hatte, wird enttäuscht. Ziemlich tröge beginnt der FDP-Bundesvorsitzende mit seinem Lebenslauf. Fast von Anfang an schlägt ihm eine ablehnende Haltung aus dem Publikum entgegen, die sich in lautstarken Kommentaren niederschlägt. Einige seiner Wähler versuchen mit Beifall dagegen zu halten.

Westerwelles Versuche, mit Scherzen oder Ironie das Publikum für sich zu gewinnen, wollen nicht wirklich gelingen. Wenn er sich mit einer Formulierung unsicher ist, ändert er sie wieder ab. Inhaltlich versucht er mit einer Unmenge an Zahlenmaterial zu überzeugen - frei nach dem Motto:
Mehr Guido, mehr Zahlen und Prozente.

Ein Mehr in der Mehrwertsteuer befürwortet er allerdings nicht, denn das ist für ihn gleichbedeutend mit einer Zunahme an Schwarzarbeit und einer Verringerung der Kaufkraft. Dagegen sieht er mit Paul Kirchhof seine Parteilinie für eine leistungsfähige Wirtschaftspolitik gestärkt. Mit mehr Leistungsbereitschaft, Fleiß und Disziplin den Wohlstand für alle erwirtschaften. Im übrigen halte er es für "eine Legende und Mär", der deutsche Staat habe kein Geld, nein! Die Steuereinnahmen steigen, aber Bundesfinanzminister Hans Eichel hat unverhältnismäßig hohe Ausgaben. Den Grünen bzw. Bundesministerin Renate Künast wirft er die "Abwicklung des Gentechnikstandorts Deutschland" vor.

Einen erneuten Zwischenruf versucht Westerwelle abzuwehren mit den Worten: "Es zwingt sie keiner, mich anzuhören". Für solche und andere Sätze erhält er auf seiner tagesaktuellen Charismakurve für diese Runde ein "Ungenügend".

Plakate-Radar in Magdeburg

... UND WAS MACHT BERLIN?


FDP-Mitglied Holger Franke ist gar nicht erbaut: In Magdeburg werden immer mehr Wahlplakate zerstört. Aber Abhilfe ist in Sicht!

Mit dem Plakate-Radar. Auf dieser Website gibt es die Möglichkeit, zerstörte Plakate im Stadtgebiet Magdeburg zu melden (und außerdem die Bedingungen zum Anbringen von Wahlplakaten nachzulesen).

Und was macht Berlin? Es überklebt, es kritzelt Kommentare, es wirft Farbbeutel in den PlakatPolitikDschungel! Oder es designt unsere Politiker neu.

Hier ein kleiner Einblick (wenn Sie auf den Bildtitel klicken, erhalten Sie eine vergrößerte Ansicht):


Angie in black
Es wird alles besser.
Kapitalwelle
Misstrauensvotum
Blau-Gelb
Aus braun mach weiß

PS: Auch an der Ostsee, in Warnemünde, wurden zu Dreiecken umgestaltete, blau-gelbe Plakate gesichtet. Hat MeckPomm auch ein Frühwarnsystem?

Sonntag, 28. August 2005

Politik in den Sternen

ODER TESTEN SIE IHR WISSEN

sterne2Was sagt Ihnen die 'Dame ohne Unterleib' und wüßten Sie, wieviele Vizekanzler die FDP seit 1945 gestellt hat?
Diese und andere Fragen finden Sie im Stern Wissenstest 'Wie gut kennen Sie die Parteien?'.

Der STERN gab 'WIR HABEN DIE WAHL 2005' einen guten Rat:

"Bravo! Ihr Wissen über die deutsche Parteienlandschaft ist mehr als überdurchschnittlich. Sie sollten Politikberater - oder gleich der erste Mann im Staat werden."

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